Auf den letzten Drücker ins Gold


Sina Hehr (vierte von links) absolvierte bei ihrer ersten Deutschen Hallen-Meisterschaft einen souveränen Wettkampf.

Nach den Corona-Zwangspausen 2020 und 2021 haben wieder Deutsche Meisterschaft im Bogenschießen in der Halle stattgefunden. Dieses Jahr vom 4.bis 6. März in Berlin. Zwei Bogenschützinnen vom BSC Zell hatten sich zum ersten Mal für die Hallen-DM qualifiziert.

Ein beeindruckendes Horst-Korber Sportzentrum erwartete die beiden Schützinnen Sina Hehr und Sabine Herm. 36 Scheiben und eine Finalarena mitten in der Halle.

Vertreten waren auch die besten Schützen: innen Deutschlands. Charline Schwarz, Olympia-Bronzemedaillengewinnerin,  Florian Unruhe, Felix Wieser, Henning Lüpkemann, Julia Böhnke sowie Marcus Laube, um nur einige der Top-Stars zu nennen.

Am Ende blieben drei Sekunden

Sina Hehr bestritt am Samstagmorgen ihr Wettkampf in der Jugendklasse Recurve. Hier gingen die besten 21 Schützinnen Deutschlands an den Start. Geschossen wird auf einer Distanz von 18 Metern mit drei Pfeilen auf eine 40er-Auflage. Der 10er hat ein Durchmesser von 4,1 Zentimetern.

Sina Hehr konnte sich im ersten Durchgang im Mittelfeld halten. Im zweiten wurde es schwieriger. Nervosität und Anspannung raubten ihr die Kraft. Kurz vor der vorletzten Passe musste Sina Hehr den letzten Pfeil dreimal absetzen und den Ablauf vom Zielen von Neuem aufbauen. Kraft­raubend, aber sinnvoll. Die Zeit lief gegen Sina Hehr. Zwei Minuten für drei Pfeile, schafft sie es noch? Beim vierten Versuch zeigte die Uhr noch zehn Sekunden an. Pfeil auflegen, Zielvorgang aufbauen, auf der Uhr standen drei Sekunden. Reichen die noch, um den Pfeil zu platzieren? Sabine und Georg Herm saßen auf der Tribüne und fieberten mit. »Zieh durch«, lag es Sabine Herm auf den Lippen. Und es reichte. Sina Hehr hatte Nerven bewiesen und traf ins Gold. Für die Nachwuchsschützin war die erste deutsche Hallenmeisterschaft ein souveräner Wettkampf, den sie mit dem 16. Platz beendete.

Ihre erst Hallen Meisterschaft im Bogenschießen bestritt Sabine Herm ( zweite von links) in Berlin. Bild: Josef Straub

Wenn das Kopfkino beginnt

Für Sabine Herm begann der Wettkampf am Sonntagmorgen. Eine Stunde vor dem Wettkampf begann das Einschießen der Distanz auf 18 Meter in der Masterklasse Recurve. In dieser Klasse wird auf Dreier-Spot geschossen. Das Gold ist genauso groß wie bei der 40er-Auflage, nur hat man beim Spot weniger zählende Ringe.

Nach dem Einschießen lief es ganz gut für Sabine Herm. Sie konnte sich unter die ersten neun Schützinnen platzieren. Doch plötzlich veränderte sich das Flugverhalten eines Pfeiles. Aus irgendeinem Grund flog ein Pfeil immer wieder rechts weg. Welcher Fehler könnte es sein? Das Kopfkino hatte begonnen, die Nervosität nahm zu. Der Gedanke, dass es eventuell am Pfeil liegen könnte, kam zu spät, dadurch hatte Sabine Herm im ersten Durchgang einige Ringe liegen lassen. Konnte sie das noch aufholen? Eigentlich nicht. Zu diesem Zeitpunkt lag sie auf dem vorletzten Platz. Doch aufgeben war keine Option, einige Plätze gut machen war auf jeden Fall noch drin.

Im zweiten Durchgang wechselte Sabine Herm den Pfeil aus und es wurde ersichtlich besser. Die Sicherheit kam zurück. Am Ende platzierte sich auf den 15. Platz unter den besten zwanzig deutschen Schützinnen.

Solidarität mit Ukraine

Vor jedem Wettkampf stand die Solidarität mit der Ukraine und die Verurteilung des russischen Angriffskrieges. Bundessportleiter Bogen Jörg Gras startete deshalb die Wettkämpfe mit einer Gedenkminute.

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